Saubere Gewässer.
Reines Trinkwasser.

Aktuelles

Juni 2020

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Wolfgang Deinlein, IAWR-Geschäftsführer, übergibt das European River Memorandum (ERM) an Veronica Manfredi, Direktorin für Quality of Life in der GD Umwelt der Europäischen Kommission.

ERM-Koalition stellt Europäisches Fließgewässeremorandum (ERM) 2020 Veronica Manfredi, Direktorin für Quality of Life in der Europäischen Kommission, vor

Die ERM-Koalition besteht aus den Gemeinschaften der Trinkwasserversorger in den großen europäischen Flusseinzugsgebieten. Am 24. Juni 2020 stellte die Koalition das Europäische Fließgewässer-Memorandum (ERM) 2020 Frau Veronica Manfredi, Direktorin für Quality of Life in der Europäischen Kommission, und ihrem Team in der Generaldirektion Umwelt vor. Frau Manfredi ist zudem im Namen der EU Präsidentin der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) für den Zeitraum 2020 - 2022.

Die Partner der ERM-Koalition zeigten die Notwendigkeit von Gesetzesänderungen auf und dass ein vorsorgender Schutz der Trinkwasserressourcen unabdingbar ist, wenn die EU auch in Zukunft eine nachhaltige Trinkwasserversorgung haben will. Daher ist jetzt - als oberste Priorität - eine wirksame, konkrete und umfassende Gesetzgebung erforderlich. Im Anschluss stellte Direktorin Manfredi eine Reihe anstehender EU-Gesetzgebungsakte vor, mit denen das komplexe Thema des Wasserschutzes angegangen werden soll. Zudem brachte sie ihre einhellige Unterstützung zum Ausdruck, da die Themen der ERM-Koalition in hohem Maße mit dem ganzheitlichen Ansatz des European Green Deals, einer der wichtigsten politischen Prioritäten der Europäischen Union, übereinstimmen.

Das Europäische Flussmemorandum war Frau Veronica Manfredi bereits am 13. Februar 2020 auf der Rhein-Ministerkonferenz in Amsterdam vorab übergeben worden. Am 22. März 2020, dem Weltwassertag 2020, war es offiziell veröffentlicht worden.

Juni 2020

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Marja Nieuwveld (Mitte) mit Franziska Herren (Trinkwasserinitiative) und Roman Wiget (AWBR) beim Tour-Start in Andermatt

Rhein-Tour für nachhaltigen Gewässerschutz

Die Schweiz und insbesondere die Gotthard-Region gelten als Wasserschloss Europas. Da entspringen bekannte Flüsse wie Aare, Reuss, Rhein, Rhone und Ticino und hier verläuft die europäische Hauptwasserscheide.

Der Verein Gotthard-Connects, der sich für mehr Bewusstsein für natürliche Gewässer und nachhaltigen Gewässerschutz einsetzt, möchte mit dem Projekt „Rhein-Tour: Wasser – unsere Lebensquelle“ die Menschen sensibilisieren, dem Schutz des Trinkwassers höchste Priorität einzuräumen. „Das Trinken von unbedenklichem Leitungswasser soll auch in Zukunft gewährleistet bleiben“, so die Vereinspräsidentin Marja Nieuwveld. Die AWBR unterstützt diese Forderungen nachdrücklich, wie dem kürzlich veröffentlichen Europäischen Fließgewässermemorandum (www.iawr.org) zu entnehmen ist.

AWBR-Co-Präsident Roman Wiget hat Marja Nieuwveld am Pfingstmontag auf der ersten Etappe zur Rheinquelle zu Fuß und mit dem Fahrrad begleitet (siehe Bild). Geplant ist, bis Ende Juni 2020 in 30 Etappen auf spontane und kreative Weise dem Strom des Rheins zu folgen, von der Quelle bis zur Mündung. Die Rhein-Tour wird vielfältig und spannend sein und berücksichtigt alle Aktivitäten, die auf und neben dem Rhein möglich sind: zu Fuß, mit Rad, Bike, Kajak, Boot, Bahn etc.

Wer mitwandern oder mitfahren möchte, kann sich unter www.quellwasser.ch informieren. Bei Bedarf helfen wir von der AWBR gerne mit, den Kontakt mit den Verantwortlichen der Rhein-Tour herzustellen.

März 2020

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Europäisches Fließgewässer-Memorandum am Weltwassertag veröffentlicht

Rund 170 Wasserversorger in 18 Ländern entlang der grossen europäischen Flussgebiete Rhein und Ruhr, Donau, Elbe, Maas und Schelde stehen für eine zukunftsfähige, klimafreundliche, sichere und für alle erschwingliche Wasserversorgung. Dies kann nur über den generationsübergreifenden Schutz der Trinkwasserressourcen gelingen.

Der in den 10 Thesen des Memorandums geforderte vorsorgeorientierte Gewässerschutz geht konform mit der vom Nachhaltigkeitsgedanken getragenen Strategie der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Naturnahe Verfahren minimieren die ansonsten erforderliche technische Einflussnahme auf das Wasser. Sie stützen sich auf die Selbstreinigungskräfte der Natur und erhalten den natürlichen Charakter des Wassers. Trinkwassergewinnung mit naturnahen Verfahren spart Energie und Ressourcen und ist damit klima- und umweltfreundlich.

Die Einhaltung der konkret benannten Zielwerte soll es den Wasserversorgern ermöglichen, auch in Zukunft Trinkwasser ausschließlich mit einfachen naturnahen Verfahren aufzubereiten und so den Verbrauchern zur Verfügung stellen zu können.

pdf Fließgewässermemorandum zur qualitativen Sicherung der Trinkwassergewinnung (1,9 MB)

pdf Pressemitteilung von 22.03.2020 (204,4 KB)

März 2020

Coronavirus: Das Trinkwasser ist sicher und geschützt

Multibarrieren-Prinzip verhindert auch Verbreitung von Viren

Die Anforderung der deutschen Trinkwasserverordnung, dass Trinkwasser frei von Krankheitskeimen sein soll, wird in Deutschland seit vielen Jahren eingehalten. Diese Anforderung gilt neben Bakterien auch für alle Arten von Viren und damit auch für den Coronavirus.

Eine Übertragung des neuartigen Coronavirus erfolgt nach derzeitigem Wissensstand vor allem über den direkten Kontakt zwischen Personen oder kontaminierte Flächen (Robert Koch-Institut: Infoblatt Übertragungswege).  Bereits aus diesem Grund ist die Gefahr der Infizierung über das Trinkwasser sehr gering. Das in der öffentlichen Trinkwasserversorgung seit Jahrzehnten eingeführte Multibarrieren-Prinzip stellt eine sichere Grundlage dar, um wasserbedingte Epidemien zu verhindern. Unter dem Multibarrieren-Prinzip versteht man ein mehrstufiges System zum Schutz des Trinkwassers bestehend aus dem Ressourcenschutz (Ausweisung von Wasserschutzgebieten u. a.), der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung, die unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik erfolgen sowie der fachgerechten Planung, Bau und Betrieb der Trinkwasserverteilung. Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) kommt daher in einer aktuellen Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass „Trinkwässer, die unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werden, sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt sind. Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach derzeitigem Kenntnisstand höchst unwahrscheinlich." (Stellungnahme des Umweltbundesamtes)

Die Mitgliedsunternehmen der AWBR sind sich der großen Verantwortung gegenüber ihren Kunden, die sie mit Trinkwasser beliefern, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber in besonderem Maß bewusst.Sie haben daher alle in dieser Krisensituation notwendigen Maßnahmen getroffen, um den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einwandfreie Qualität des Trinkwassers sowie die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

März 2020

16. Rheinministerkonferenz, 13.2.2020, Amsterdam (IKSR)
16. Rheinministerkonferenz, 13.2.2020, Amsterdam (IKSR)

Erfolg für vorsorgenden Gewässerschutz

Die Rheinministerkonferenz beschließt in Amsterdam eine deutliche Verringerung der Einträge von Mikroverunreinigungen um mindestens 30%

Mikroverunreinigungen (synthetische Stoffe), die aus Industrie und Gewerbe sowie Landwirtschaft und Haushalten über Kläranlagen oder direkt in den Rhein gelangen, sollen zukünftig wirksam eingedämmt werden. Dies beschlossen die zuständigen Ministerinnen und Vertreter der 8 Rheinanliegerstaaten sowie der EU-Umweltkommissar auf der 16. Internationalen Rheinministerkonferenz nach langem Ringen im Vorfeld. Der Beschluss ist ein Meilenstein im Prozess zur Verringerung und Vermeidung von Mikroverunreinigungen, der 2007 in der 14. Ministerkonferenz in Bonn eingeläutet worden war.

Bis zum Jahr 2040 sollen Mikroverunreinigungen gemäß dem neuen Programm „Rhein 2040“ insgesamt um mindestens 30 % reduziert werden. Übergeordnetes Ziel soll es nach wie vor sein, Trinkwasser mit möglichst einfachen und naturnahen Aufbereitungsverfahren den Bürgerinnen und Bürgern  im  Rheineinzugsgebiet  zur Verfügung zu stellen.

Die vollständige Pressemitteilung der IAWR enthält weiterführende Informationen. Das Statement von IAWR-Präsident Prof. Dr. Matthias Maier auf der Ministerkonferenz am 13.2.2020 in Amsterdam zu Wasserqualität/Mikroverunreinigungen beleuchtet die Hintergründe.

Das Ministerkommuniqué und das Programm Rhein 2040 werden auf der Website der IKSR bereitgestellt.

Dezember 2019

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Presseinformation der Koalition des Europäischen Fließgewässer-Memorandums

Europäische Koalition von Trinkwasserversorgern fordert Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie und eine Intensivierung der Maßnahmen zum Trinkwasserschutz

Die Koalition fordert die uneingeschränkte Fortführung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und eine Konkretisierung hinsichtlich der Kriterien zum Schutz der Trinkwasserressourcen.

Ziel muss die Aufrechterhaltung und Stärkung eines vorsorgenden Gewässerschutzes sein, damit weiterhin mit naturnahen und nachhaltigen Aufbereitungsverfahren Trinkwasser bereitgestellt werden kann.

Die Koalition vertritt die Bedürfnisse nach sauberem Trinkwasser von 188 Millionen Einwohnern aus 18 Ländern Europas, die in den Einzugsgebieten von Rhein, Donau, Elbe, Maas und Schelde leben.

pdf Presseinformation der Koalition des Europäischen Fließgewässer-Memorandums (02.12.2019) (117,3 KB)

pdf Stellungnahme der Internationalen ERM-Koalition zum Fitness-Check der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der dazugehörigen Richtlinien (294,5 KB)

November 2019

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Die Lebensgrundlage Wasser sichern

Vorstand der AWBR stellt Weichen für die Zukunft

Wie können wir es erreichen, dass der Gewässerschutz für die Trinkwasserversorgung jetzt und in Zukunft ganz oben auf der politischen Agenda verankert ist? Bei der Sitzung des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) am 7. November in Karlsruhe stand diese Frage im Mittelpunkt.
Außerdem wurden der Strategieprozess für die kommenden Jahre abgeschlossen und aktuelle Herausforderungen für die Wasserversorgung aus dem Bodensee diskutiert.
Der AWBR-Vorstand war sich zudem einig, die Forderung nach quantitativen Reduktionszielen für Mikroverunreinigungen im Rhein zu unterstützen.

pdf Presseinformation vom 20.11.2019 (75,9 KB)

November 2019

Umkehrosmose-Pilotanlage zur Elimination von Chlorothalonil-Rückständen
Umkehrosmose-Pilotanlage zur Elimination von Chlorothalonil-Rückständen

Wasserversorger verlangen Klarheit zu bewilligten Pestiziden

Die verbreitete Grundwasserbelastung durch Rückstände des Fungizids Chlorothalonil hat erneut aufgezeigt, dass das Schweizer Grund- und Trinkwasser nicht umfassend geschützt und überwacht ist. Damit die Schweizer Wasserversorger ihren Versorgungsauftrag erfüllen können, fordern sie deshalb vom Bund bisher unveröffentlichte Angaben zu zugelassenen Pestiziden.

Die AWBR hat deshalb Bundesrat Guy Parmelin und das Bundesamt für Landwirtschaft aufgefordert, eine detaillierte Stoffliste zu veröffentlichen und zu den immer noch unerfüllten Forderungen (sofortiges Chlorothalonil-Verbot, Kompensation von Sanierungs- und Aufbereitungsmassnahmen, Verschärfung des Pestizid-Zulassungsverfahrens) der Trinkwasserversorger Stellung zu nehmen.

pdf Medienmitteilung: Wasserversorger verlangen Klarheit zu bewilligten Pestiziden (529,3 KB)

pdf Antrag auf Publikation einer Pflanzenschutzmittel-Stoffliste zur Optimierung der Grund- und Trinkwasserüberwachung in der Schweiz (152,0 KB)

September 2019

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AWBR fordert besseren Schutz von Grund- und Trinkwasser vor Pestizid-Metaboliten

Aufgrund einer neuen Risikobewertung der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und der Überprüfung des Schweizer Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) haben sich für sechs (von 20 bekannten) Abbauprodukte (Metaboliten) des Pestizids Chlorothalonil Hinweise für eine Gesundheitsgefährdung ergeben. Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, der seit den 1970er Jahren als Fungizid gegen Pilzbefall im Getreide-, Kartoffel-, Gemüse- und Weinanbau eingesetzt wird. Metaboliten von Chlorothalonil können wegen ihrer vergleichsweise hohen Mobilität und Persistenz ins Grundwasser und somit auch ins Trinkwasser gelangen. Nach Ansicht des BLV sind Metaboliten wie Chlorothalonil-Sulfonsäure daher als relevant zu bewerten. Für Pestizid-Wirkstoffe und relevante Abbauprodukte (Metaboliten) gilt in Europa ein Grenz- bzw. Höchstwert von 0,1 µg/L im Grund- und Trinkwasser.

Untersuchungen auf Chlorothalonil-Metaboliten in der Schweiz haben ergeben, dass in Grund- und Trinkwasserproben im Schweizer Mittelland Überschreitungen des Höchstwerts von 0,1 µg/L von relevanten Metaboliten (z.B. Chlorothalonil-Sulfonsäure (R417888)) festgestellt wurden. Die betroffenen Wasserversorger sind daher gefordert, kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, um die Gehalte auf < 0,1 µg/L abzusenken. Konventionelle Aufbereitungsverfahren wie Oxidation oder Aktivkohle sind wenig wirksam. Andere Optionen werden derzeit geprüft.

In Deutschland, Frankreich und anderen Ländern ist bislang nur wenig über Probleme mit Chlorothalonil-Metaboliten bekannt, obwohl im AWBR-Gebiet langjährige Zeitreihen von Pestizid-Metaboliten in Grund- und Trinkwasser vorliegen. Überwiegend lagen die Befunde für Chlorothalonil-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser < 0,1 µg/L und wurden daher als wenig auffällig eingeschätzt, zumal das Umweltbundesamt (UBA) in Berlin bislang Metaboliten von Chlorothalonil als nicht relevant bewertet und gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) von jeweils 3,0 µg/L abgeleitet hatte. In der Empfehlungsliste für das Monitoring von Pflanzenschutz-Metaboliten in deutschen Grundwässern (Stand 25. April 2019) (www.umweltbundesamt.de) sind nur die beiden Chlorothalonil-Metaboliten M8 und M12 (R417888) enthalten, die von der EFSA als relevant zwischenbewertet wurden (EFSA 2018), da keine entlastenden metabolitenspezifischen Daten vorliegen.

AWBR, Wasserversorger und ihre Verbände sehen sich wieder einmal bestätigt, dass ihre Forderungen nach besserem Schutz der Roh- und Trinkwasserressourcen noch zu wenig bei Politik, Behörden und der Öffentlichkeit Beachtung finden. Vor allem die industrielle Landwirtschaft stellt mit dem großflächigen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln (Nitrat!) eine besondere Gefährdung für Grund- und Trinkwasserressourcen dar, da das Gewässerschutzrecht keinen ausreichenden Schutz der Wasserschutz- und Einzugsgebiete von Trinkwasserfassungen ermöglicht.

Die AWBR fordert die zuständigen Behörden auf,

Juni 2019

Besiedelung des Seebodens mit Quagga-Muscheln
Mit Quagga-Muscheln besiedelter Seeboden

Zukunftsweisende Trinkwassergewinnung und -aufbereitung aus dem Bodensee

In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die Trinkwassergewinnung und -aufbereitung am Bodensee stetig verändert. Beispielhaft zu nennen sind die unerwünschten Einträge von anthropogenen Spuren- und Nährstoffen, die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasserdargebot und die Wasserbeschaffenheit oder die Veränderungen innerhalb der aquatischen Lebensräume. Bereits mehrfach mussten die Wasserwerke diesen „Wandelprozessen“ durch entsprechende technische oder organisatorische Anpassungen Rechnung tragen. Auch zukünftig werden entsprechende Entwicklungen zu erwarten sein, die gesamtheitlicher Lösungsansätze und gemeinsamer Anstrengungen bedürfen.

Die massive Vermehrung und unerwartet schnelle Ausbreitung der Quagga-Muschel (Dreissena rostriformis) stellt nicht nur für das sensible Ökosystem Bodensee eine neue Herausforderung dar, auch Hafenbetreiber, Schifffahrtsbetriebe oder die Wasserversorgungsunternehmen sind hiervon betroffen. Da die Quagga-Muschel sich gut an die Bedingungen im Kaltwasser (T ≈ 5-6°C) und an große Wassertiefen von über 150 m anpassen kann, ist aufgrund der strömungsbedingten Ausbreitung der Muschellarven (40 µm < Durchmesser < 300 µm) von einer massen- und dauerhaften Besiedelung im Bodensee auszugehen. Bei einem Eintrag von Veligerlarven und einer Anhaftung von Muscheln an die wasserführenden Oberflächen der Entnahmesysteme oder nachgeschalteten Verfahrenskomponenten können hydraulische Beeinträchtigungen bzw. unerwünschte Folgen bei der Wassergewinnung und -aufbereitung nicht ausgeschlossen werden.

Im Rahmen einer gesamtheitlichen Betrachtungsweise gilt es daher, sich bereits heute auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten. Ziel der in der AWBR zusammengeschlossenen Seewasserwerke ist es, auf den Prinzipien der Vorsorge, Nachhaltigkeit und Verhältnismäßigkeit den dringend erforderlichen Handlungs- und Optimierungsbedarf aufzuzeigen. Dazu gehört gleichermaßen die Entwicklung von angemessenen und praktikablen Anpassungsstrategien und Umsetzungsmöglichkeiten, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

pdf AWBR-Jahresbericht 2018 - Technischer Teil - Seite 71 ff. (1,2 MB)

März 2019

Der Rheinfall bei Neuhausen
Der Rheinfall bei Neuhausen

AWBR hat an der EU-Konsultation für den Fitness Check der Wasserrahmenrichtlinie teilgenommen

In Abstimmung mit der IAWR (Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet) hat die AWBR im Rahmen der EU-Konsultation ihre Positionierung zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bekräftigt und in Zukunft verstärkte Anstrengungen der EU-Kommission zur Nutzung der Wasserressourcen für die Trinkwassergewinnung gefordert. Ziel der AWBR und der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet (IAWR) ist eine Verbesserung der Gewässerqualität, die es erlaubt, lediglich mit naturnahen Verfahren Trinkwasser zu gewinnen. Hierfür müssen verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Vorsorge (Vorsorgeprinzip) und zur Minimierung/Vermeidung von Stoffeinträgen in die Wasserressourcen durch effektive Aufbereitungsverfahren an der Quelle umgesetzt werden. Besonders im Fokus stehen dabei Stoffe, die persistent (P), mobil (M) und toxisch (T) sind, sogenannte PMT-Stoffe, die für die Trinkwasserversorgung relevant sind.

Auf einem Treffen der Flussgebietsgemeinschaften von Rhein (AWBR, ARW, RIWA und IAWR), Ruhr (AWWR), Elbe (AWE) und Donau (IAWD) im März in Berlin wurden die gemeinsamen Ziele bestätigt und vereinbart, die Lobbyarbeit und Kommunikation zu Politik, Behörden, Medien und Öffentlichkeit zu verstärken und eine nachhaltige Wasserpolitik zur Sicherung der Trinkwasserressourcen in Europa einzufordern.

pdf IAWR-Positionspapier zur WRRL (Englisch,2 Seiten) (278,0 KB)

Juni 2018

Die drei Präsidenten der AWBR Matthias Maier aus Deutschland, Marc Thieriot aus Frankreich und Roman Wiget aus der Schweiz (v.l.n.r.), beim Festakt am 15. Juni 2018 in Konstanz
Die drei Präsidenten der AWBR Matthias Maier aus Deutschland, Marc Thieriot aus Frankreich und Roman Wiget aus der Schweiz (v.l.n.r.), beim Festakt am 15. Juni 2018 in Konstanz

50 Jahre Engagement für den Gewässerschutz

Die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein setzt sich für eine naturnahe, sichere und wirtschaftliche Trinkwasserversorgung ein

Wasser ist ein lebenswichtiges Gut, das durch nichts ersetzt werden kann. Doch die Wasservorkommen sind durch zivilisatorische Einwirkungen gefährdet. Um sie als Basis für die Trinkwasserversorgung zu erhalten, waren und sind große Anstrengungen nötig. Die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) widmet sich mit ihren Experten und Untersuchungen seit 50 Jahren länderübergreifend dieser Aufgabe. Sie wurde im Juni 1968 hier in Konstanz von 18 Wasserwerken aus Süddeutschland und der Schweiz gegründet. Heute hat sie rund 60 Mitgliedsunternehmen aus fünf Ländern, die zusammen mehr als 10 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen.

Hauptaufgaben der AWBR sind die Erhaltung der Wasserqualität von Oberflächengewässern und Grundwasservorräten sowie die Beseitigung von Gefahren für die öffentliche Wasserversorgung. Stets bearbeitet die AWBR dabei gemeinsam mit den Behörden aktuelle Fragestellungen und nimmt Stellung zu Normen und Gesetzesvorlagen - von der Gesetzgebung des Landes Baden-Württemberg bis hin zur EU-Gesetzgebung.

Ein wesentliches Merkmal der AWBR ist, dass sie sich nicht nur um Themen kümmert, sondern diese stets durch wissenschaftlich fundierte Untersuchungsprogramme begleitet. Ein hochkarätig besetzter wissenschaftlicher Beirat und fachlich versierte Arbeitsgruppen garantieren, dass sowohl die Forderungen als auch die Statements datenbasiert und vertrauenswürdig sind. Darüber hinaus hat die AWBR immer wieder eigene Forschungsprogramme durchgeführt und innovative Verfahren entwickelt, um Probleme zu lösen. Nach 50 Jahren kann die AWBR auf einen beispielhaften Datensatz zur Gewässergüte zurückgreifen, der die Beurteilung der Beschaffenheit in den Oberflächengewässern

Bodensee und Rhein, aber auch die Wasserqualität vieler weiterer Seen und Gewässer in ihrem länderübergreifenden Einzugsgebiet charakterisiert. Die Stellungnahmen, Pressemitteilungen und Veröffentlichungen der AWBR waren und sind für Mitgliedsunternehmen und Behördenvertreter wichtige Informationsquellen für alle Fragen des Gewässerschutzes.

Ausgewählte Pressereaktionen:

pdf Pressemeldung der AWBR anlässlich der Mitgliederversammlung am 15.06.2018 in Konstanz (23,2 KB)